Schlafstörungen: Schüßler-Salze können beim Entspannen helfen
Zusammenfassung

Die Wirkung von Schüßler-Salzen gegen Schlafstörungen ist wissenschaftlich nicht nachgewiesen. Dennoch sind sie für viele eine beliebte Wahl. Erfahre, welche Schüßler-Salze für Einschlaf- und Durchschlafprobleme geeignet sind. Und welche Maßnahmen darüber hinaus gut in und durch die Nacht helfen.

Schlafstörungen und Schüßler-Salze: Das Wichtigste kurz gefasst

  • Schlafstörungen sind Probleme beim Ein- oder Durchschlafen, die über einen längeren Zeitraum anhalten und tagsüber zu starker Müdigkeit oder Konzentrationsschwäche führen.
  • Schüßler-Salze sind 12 alternativmedizinische Präparate von Mineralsalzen, die auf den homöopathischen Arzt Wilhelm Heinrich Schüßler (1821–1898) zurückgehen und auf der Annahme basieren, dass Krankheiten durch Störungen des Mineralhaushalts entstehen.
  • Bei Schlafstörungen sind Schüßler-Salze beliebt: Nr. 7 (Magnesium phosphoricum) bei innerer Anspannung und Unruhe – auch die “Heiße 7” genannt – sowie Nr. 5 (Kalium phosphoricum) bei Erschöpfung.
  • Eine Wirksamkeit der Schüßler-Salze wurde wissenschaftlich nie nachgewiesen. Als abendliches Entspannungsritual kann ihre Einnahme dennoch einen Beitrag leisten.
  • Eine gute Schlafhygiene hat eine wissenschaftlich belegte Wirksamkeit. Dazu zählen feste Schlafenszeiten, der Verzicht auf Kaffee ab dem Nachmittag, die Reduktion von Alkohol, schwere Mahlzeiten und Bildschirmzeiten ab dem frühen Abend sowie viel Entspannung am Abend.
  • Digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) wie somnovia unterstützen Tag für Tag auch bei der Schlafhygiene.
  • Bei Problemen wie Atemaussetzern, sehr starker Tagesmüdigkeit, depressiver Stimmung oder wenn die Probleme trotz guter Maßnahmen länger als drei Monate anhalten, ist eine ärztliche Untersuchung nötig.

Was sind Schüßler-Salze? 

Schüßler-Salze sind Mineralstoff-Tabletten in homöopathischer Verdünnung. Sie gehören zur Alternativmedizin. Sie gehen auf den Arzt Wilhelm Heinrich Schüßler (1821–1898) zurück. Er war davon überzeugt, dass Krankheiten entstehen, wenn im Körper die lebensnotwendigen Mineralstoffe nicht richtig verteilt sind. Die Behandlung zielt darauf ab, die Zellen dazu anzuregen, die Mineralien besser aufzunehmen.

Die Mittel liegen als kleine Tabletten vor, in denen das jeweilige Mineralsalz stark verdünnt wird, meist in den sogenannten D-Potenzen D6 oder D12. Die D-Potenzen (Dezimalpotenzen) beschreiben die Verdünnung in einem 1:10-Verhältnis, wobei die Zahl angibt, wie oft dieser Vorgang wiederholt wurde, was zu einer höheren Potenz und damit zu einer geringeren Wirkstoffkonzentration führt. Weil sie so hoch verdünnt sind, gelten sie als gut verträglich.

Die 12 Schüßler-Salze im Überblick

  1. Calcium fluoratum: Bindegewebe, Gelenke und Haut
  2. Calcium phosphoricum: Knochen und Zähne, Eiweißaufbau
  3. Ferrum phosphoricum: Immunsystem, Schmerzen und Entzündungen
  4. Kalium chloratum: Schleimhäute, Schwellungen, Hautprobleme
  5. Kalium phosphoricum: Nerven und Muskeln, Erschöpfung
  6. Kalium sulfuricum: Chronische Entzündungen, Haut- und Schleimhäute
  7. Magnesium phosphoricum: Krämpfe, Schmerzen, Verspannungen (bekannt als "Heiße 7")
  8. Natrium chloratum: Flüssigkeitshaushalt, Schleimhäute
  9. Natrium phosphoricum: Stoffwechsel, Übersäuerung, erhöhte Blutfettwerte
  10. Natrium sulfuricum: Ausleitung, Entgiftung, Verdauung
  11. Silicea: Bindegewebe, Haut, Haare und Nägel
  12. Calcium sulfuricum: Eiterungen, chronische Prozesse

Schüßler-Salze sind apothekenpflichtige Arzneimittel. Die Deutsche Homöopathie-Union (DHU) gilt als Deutschlands führender Hersteller von Schüßler-Salzen. Wie viele Menschen in Deutschland Schüßler-Salze verwenden, ist nicht bekannt. Obwohl die Wirkweise wissenschaftlich nicht bestätigt ist, sind Schüßler-Salze in Deutschland beliebt und werden von vielen Menschen als sanfte Unterstützung zum Beispiel bei Stress, Verdauungsproblemen, Stress oder Schlafstörungen genutzt.

Welches Schüßler Salz bei Schlafstörungen: Symptome richtig zuordnen

Generell werden Schüßler-Salze nach Leitsymptomen ausgewählt. Bei Schlafstörungen kommen die Nr. 7 (Magnesium phosphoricum), auch bekannt als die „Heiße 7“, oder die Nr. 5 (Kalium phosphoricum) in Frage. Hier siehst du, welche Nummern zu welchen Symptomen passen:

1. Du kannst nicht einschlafen

Viele Betroffene sagen, dass sie abends einfach nicht abschalten können. Der Körper ist müde, aber im Kopf herrscht Hochbetrieb.

  • Die Nr. 5 soll die sogenannte „Nervenkraft“ stärken und bei Erschöpfung helfen, wenn die innere Unruhe wach hält.
  • Das kannst du zusätzlich tun: Hilfreich ist eine feste Abendroutine: Dimme das Licht, parke die belastenden Gedanken und schreibe sie in ein Tagebuch, und halte eine regelmäßige Schlafenszeit ein.

2. Du wachst häufig auf

Wenn du zwar einschläfst, aber immer wieder aufwachst und dann nicht mehr zurück in den Schlaf findest, steckt oft eine tief sitzende Anspannung oder Stress vom Tag dahinter.

  • Die Nr. 5 und Nr. 7: Manche nutzen abends die Nr. 5 und ergänzen sie kurz vor dem Zubettgehen mit der „Heißen 7“. Das Ritual des langsamen Trinkens einer Tasse Tee kann helfen, den Körper zu beruhigen.
  • Das kannst du zusätzlich tun: Vermeide abends Alkohol, zu spätes Essen oder helle Bildschirme am Smartphone, Tablet oder Rechner.

3. Nächtliche Krämpfe oder Zucken

Wenn Deine Muskeln nachts unruhig sind, zucken oder du gar Krämpfe hast, kann das den Schlaf massiv stören. Diese Symptome deuten auf eine Anspannung der Muskulatur hin.

  • Die Nr. 7 (Magnesium phosphoricum) wird genau dann empfohlen. Die Erfahrungen mit der berühmten heißen 7 bei Schlafstörungen sind, dass sie für eine Entspannung der Muskulatur sorgt.
  • Das kannst du zusätzlich tun: Achte darauf, tagsüber ausreichend zu trinken und mache abends sanfte Dehnübungen.

4. Trockener Mund und Durst in der Nacht

Manche Menschen wachen auf, weil sie großen Durst haben oder der Mund und die Nase sehr trocken sind.

  • Die Nr. 8 (Natrium chloratum) kann genau diese Trockenheit lindern.
  • Das kannst du zusätzlich tun: Sorge für eine kühle und frische Luft im Schlafzimmer und achte auf eine gute Flüssigkeitszufuhr über den Tag verteilt.

5. Schlafprobleme in den Wechseljahren

Hitzewallungen können für unruhige Nächte sorgen.

  • Die Nr. 7 und Nr. 8 werden häufig in Kombination genutzt, weil Nr. 7 gegen Unruhe und Nr. 8 bei trockenen Schleimhäuten wirken soll.
  • Das kannst du zusätzlich tun: Halte das Schlafzimmer kühl.

Anwendung: Die heiße 7

Damit die Mineralsalze gut wirken können, lässt du sie langsam im Mund zergehen oder trinkst sie aufgelöst in heißem Wasser. Das empfinden viele schon als ein beruhigendes Ritual. Die heiße 7 ist der Klassiker für viele, die Schlafstörungen mit Schüßler-Salzen behandeln wollen. So wird sie in den meisten Fällen eingenommen:

  • Löse 7–10 Tabletten Nr. 7 (Magnesium phosphoricum) in einer großen Tasse mit heißem Wasser auf.
  • Trinke die Mischung langsam in kleinen Schlucken, kurz bevor du ins Bett gehst. Lass dir für das Trinken 10 bis 15 Minuten Zeit.
  • Verbinde das Trinken mit ruhigem Atmen, zum Beispiel im 4-7-8-Rhythmus: Atme 4 Sekunden ein, halte den Atem 7 Sekunden lang und atme dann 8 Sekunden aus.
  • Praktiziere das Einschlafritual 5 bis 7 Abende und beobachte, ob es dir das Einschlafen leichter macht.

Potenzen: D6 oder D12

Menschen, die Schüßler-Salze zum ersten Mal einnehmen, fragen sich: Wie viele Schüßler-Salz-Tabletten der Nummer 7 nehme ich am Tag?

Starte am besten mit 1–2 Tabletten 1–3 mal täglich, wobei die letzte Einnahme am Abend kurz vor dem Schlafengehen erfolgen sollte. Für die meisten Nummern sind D6 oder D12 verfügbar. Starte am besten mit der Konzentration D6 und wechsele bei einer ausbleibenden Wirkung auf D12

Wirksamkeit und Grenzen

Wenn es um die Frage geht, ob Schüßler-Salze wirklich gegen Schlafstörungen helfen, ist die Antwort der Wissenschaft: Das wissen wir nicht genau.

Bis heute fehlen die wichtigsten Beweise dafür. Die beste Studienmethode für ein Mittel ist, es mit einer einfachen Zuckerpille (einem Placebo) zu vergleichen. Solche Studien, die zeigen, dass Schüßler-Salze besser sind als die Zuckerpille, gibt es bisher nicht.

Experten sind sich darum einig: Für Schüßler-Salze gibt es bis heute keine belastbaren klinischen Studien, die eine Wirksamkeit belegen – weder allgemein noch speziell bei Schlafproblemen. Das bedeutet nicht, dass ein Schüßler-Salz niemals helfen kann. Es bedeutet lediglich: Wir können nicht beweisen, dass die Salze eine eigene, messbare Wirkung haben, die über das beruhigende Gefühl hinausgeht, etwas Gutes für sich zu tun.

Warum Dein Ritual trotzdem wertvoll ist

Das bewusste Auflösen der Tablette, das achtsame Trinken und die ruhige Atmung können das Nervensystem beruhigen und herunterfahren. Ein solches Ritual gibt dem Abend eine Struktur und lenkt außerdem vom Grübeln ab.

Mehr Wirkung im Alltag durch eine gute Schlafhygiene

Du kannst die Wirkung der Schüßler-Salze bei Schlafstörungen massiv verstärken, indem du auf eine gute Schlafhygiene achtest.

Mit einer guten Schlafhygiene sind alle Verhaltensweisen, Gewohnheiten und Umgebungsfaktoren gemeint, die einen gesunden, erholsamen Schlaf fördern. Dieser lässt sich fördern, indem der natürliche Schlaf-Wach-Rhythmus unterstützt und störende Einflüsse minimiert werden.

Natürlichen Schlaf-Wach-Rhythmus unterstützen:

  • Licht: Sorge direkt morgens nach dem Aufwachen für helles Tageslicht oder nutze eine Tageslichtlampe, da dies deiner inneren Uhr auf die Sprünge hilft.
  • Rhythmus: Halte feste Schlafens- und Aufstehzeiten ein, auch am Wochenende. Vermeide Powernaps oder Nickerchen am Tag, die länger als 30 min dauern.
  • Bewegung: Bewege dich täglich – mache Spaziergänge, fahre mit dem Rad oder gehe zum Sport. Sei aber nicht intensiv sportlich aktiv in der letzten Stunde, bevor du ins Bett gehst.
  • Kopf: Schreibe deine Gedanken auf, bevor du ins Bett gehst und parke sie auf diese Weise bis zum nächsten Tag – das entlastet. Mache außerdem vor dem Schlafengehen kurze Atem- oder Muskelentspannungsübungen.

Störende Einflüsse minimieren:

  • Schlafumgebung: Dein Schlafzimmer sollte kühl, ruhig und dunkel sein.
  • Abendlicht: Verzichte in der letzten Stunde vor dem Schlafengehen auf dein Handy, Tablet oder Laptop oder reduziere die Helligkeit der Bildschirme. Dimme das Licht im Raum am Abend.

Lass dich unterstützen

somnovia ist eine digitale Gesundheitsanwendung (DiGA) auf Basis der kognitiven Verhaltenstherapie (KVT), die Menschen mit Schlafstörungen hilft, ihren Schlaf nachhaltig zu verbessern, ohne Medikamente zu benötigen. Es ist ein interaktives Online-Programm, das personalisierte Übungen und Techniken zu Schlafhygiene, Stressbewältigung und Entspannung bietet und von Ärzten auf Rezept verschrieben werden kann, wobei die Kosten von den Krankenkassen übernommen werden.  

Die wichtigsten Fragen & Antworten

Besser schlafen

Es wird traditionell zur Linderung von muskulären Krämpfen und Nervosität eingesetzt. Die entspannende Wirkung bei Schlafstörungen beruht laut Expertenmeinung vor allem auf dem beruhigenden Ritual der „Heißen 7“.

Das sind zwei unterschiedliche Ansätze. Wenn du ein ärztlich empfohlenes Magnesiumpräparat bei Krämpfen nimmst, solltest du die Einnahmezeiten trennen und mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten ärztlich abklären.

Du solltest Schüßler-Salz Nr. 7 (Magnesium phosphoricum) hauptsächlich am Abend einnehmen, da es bei innerer Unruhe und Krämpfen helfen kann. Besonders beliebt ist die Einnahme als „Heiße 7“ kurz vor dem Zubettgehen. Dafür wird das Salz in heißem Wasser aufgelöst.

Überprüfe, ob du am Vortag oder Abend zu viel Alkohol getrunken, zu spät und zu schwer gegessen oder besonders viel Stress hattest. Du wirst künftig durchschlafen, wenn du feste Schlafens- und Aufstehzeiten konsequent einhältst, Nickerchen vermeidest und dein Bett nur zum Schlafen nutzt.

Quellen